Deutsches Team erfolgreich bei Coastal Rowing WM in Frankreich

Die diesjährigen Coastal Rowing Weltmeisterschaften in Thonon-les-Bains am Genfer See wurden  für die fünf deutschen Teams zu einem erfolgreichen Event. Auch wenn die Bedingungen alles andere als ‚coastal‘ waren – kaum Wind und Welle – so hatten die Veranstalter einen technisch anspruchsvollen 4km bzw. 6km Kurs gesteckt, der es in sich hatte für die fast 700 Athleten aus 33 Nationen.

Der Vorlauftag: Gleich im ersten Vorlaufrennen der Coastal-WM im CW4x ging die Frauenmannschaft des Ersten Kieler Ruder-Clubs v. 1862 mit Gaby Schulz, Janine Howe, Charlotte Böttcher, Lena Fritze und Steuerfrau Julia Creutzburg auf die 4000m lange Strecke. Bereits weit vor Sonnenaufgang machten sich die Kielerinnen startklar inkl. finalem Wiegen des Bootes. Trotz schwierigem Start durch ein querliegendes französisches Boot konnten die Kieler im Laufe des Rennens Plätze gutmachen. Selbst eine Vollbremsung an einer Wendeboje um einen Crash mit einem aufgelaufenen Konkurrenten zu vermeiden stoppte die Kieler nicht, souverän als Vorlauf-Dritte durchs Ziel zu rudern.

Kurz danach ging mit Hannah Bornschein vom Kölner Ruderverein v. 1877 eine weitere deutsche Athletin an den Start. Als Nachwuchstalent im olympischen Ruderformat war es für Hannah eine Premiere in einem Coastal Einer Rennen. Der schwarze Carbon X-19 von EURO DIFFUSION‘S war perfekt auf sie eingestellt und mit viel Spaß und Leichtigkeit ruderte sie locker als Vorlauf-Dritte ins Finale.

Der Männer-Vierer vom Ersten Kieler Ruder-Club mit Felix Eckel, Henning Maiwirth, Jakob Grafe, Max Kölling und Steuermann Simon Kuwert machten es bis zum Schluss spannend.  Sie hatten einen guten Start, jedoch machten die großen Rudernationen im Coastal Rowing mit ihren amtierenden Weltmeistern aus der WM in Florida erheblich Geschwindigkeit. In einem Teilnehmerfeld von insgesamt 36 Booten konnten die Kieler in ihrem Vorlauf einen 10. Platz ins Ziel retten und waren damit für das A-Finale qualifiziert.

Die teilnehmerstärkste Bootsklasse bei der diesjährigen Coastal WM hatten die Herren im Zweier. Michal Czapara und Christian Schulze vom Ruderverein Berlin v. 1878 stellten sich einem Teilnehmerfeld von 68 Teams. Mittlerweile für sie das dritte Mal bei einer Coastal WM und routiniert im Umgang mit den Coastal Bedingungen hatten sie zudem den stärksten Vorlauf zugelost bekommen. Auch hier waren viele Athleten direkt aus Sarasota nach Thonon-les-Bains gereist, u.a. der aktuelle Weltmeister aus Ungarn im Doppelzweier. Trotz eines guten und fehlerfreien Rennens in ihrem EURO DIFFUSION’S X-25 hieß es am Ende Platz 15 für die Berliner und damit verpassten sie leider knapp das B-Finale.

Im letzten Vorlaufrennen des Tages, dem CM1x, war mit Thorsten Jonischkeit vom RTHC Bayer Leverkusen ein weiterer routinierter Coastal Rower aus Deutschland mit dabei. Jonischkeit war taktisch enorm stark unterwegs und ließ sich nicht von den zahlreichen Strecken- und Wendefehlern der Coastal-Elite beeindrucken. Er zog sein Rennen durch und zog mit einem hervorragenden 3. Platz im Vorlauf ins Finale ein.

Der Finaltag: Für die A-Finale wurde ein neuer 6000m Parcours gesteckt mit insgesamt elf Wendebojen. Keine kleine Herausforderung für alle Steuerverantwortlichen. Es begann mit den Frauen-Vierern und mit am Start der EKRC. Es war ein Gänsehaut-Rennen und Dramatik pur. Nach einem guten Start lag ‚GER01‘ in der ersten Rennhälfte in der Spitzengruppe mit Griechenland, Italien und Russland. Dramatik pur dann an der 3. Wendeboje, an der die Russinenn einen falschen Kurs einschlugen und andere Boote mit sich zogen. Steuerfrau Julia Creutzburg behielt die Nervern, vertraute ihrem Kurs und lenkte als erstes Boot in die richtige Richtung. Nun lagen die Kieler bis zur 7. Boje vorne und mußten dann die Boote aus Griechenland und Italien vorbeiziehen lassen. Bis zur vorletzten Boje hatte auch Russland die Lücke geschlossen und es folgte ein Bord-an-Bord-Kampf bis zur Ziellinie. Erst ein Photo-Finish brachte die Gewißheit. 3/100s betrug am Ende der 6000m Strecke der Vorsprung der Kielerinnen und damit die erste Medaille für ein deutsches Team überhaupt auf einer Coastal Weltmeisterschaft.

Kontrolliert dramatisch machte es auch Hannah Bornschein in ihrem Frauen-Einer Finale. Schon am Start konnte man beobachten, welche starken Nerven diese Athletin hat. Als sich bereits alle 19 Gegnerinnen weit vor dem Startschuß an der langen Startlinie positioniert hatten, vertraute Hannah ihrer eigenen Uhr und kam erst kurz vor dem Start in Position – einer sehr guten wie sich auf der ersten langen Gerade herausstellte, denn an der ersten Wendeboje nach 1.100m lag sie im Führungsfeld. Konsequent verfolgte Sie ihre Taktik und hielt sich vom Gerangel an den Bojen fern. Leider wurde sie auf der Strecke mehrfach unrühmlich von einer französischen Konkurrentin bedrängt und musste sogar einmal komplett ihren Speed rausnehmen um einen Crash zu vermeiden. Leider wurde diese Attacke mit keiner Zeitstrafe für die Französin geahndet. Im Ziel hieß es ein hervorragender 4. Platz für Hannah Bornschein vom Kölner Ruderverein, die sich nur den langjährigen Coastal-Einer Spezialisten aus Irland, Frankreich und der Ukraine geschlagen geben musste. Mit ihrer mentalen Stärke kann man in der internationalen Coastal Szene in den kommenden Jahren noch einiges von ihr erwarten.

Damit standen noch die beiden Finalrennen der Männer mit deutscher Beteiligung auf dem Programm. Der Männer-Vierer vom EKRC war in einem hart umkämpften Feld u.a. mit dem amtierenden Weltmeister im Leichtgewichts-Doppelvierer und Leichtgewichts-Vierer aus Frankreich und Italien auf die Strecke gegangen. Die Teams schenkten sich nichts und Crashes sowie gebrochene Skulls waren Teil des Finales. Am Ende belegten die Kieler einen guten 16. Platz und sammelten viele wertvolle Erfahrungen auf  ihrer ersten Coastal-Weltmeisterschaft.

Das Finalrennen von Thorsten Jonischkeit vom RTHC Bayer Leverkusen im Herren-Einer war ein weiteres Highlight. Die Coastal-Eliten aus Italien, Peru und Spanien ließen im Rennen der weltweit besten 22 Athleten keine Zweifel an ihrem Können und ihren langjährigen Investitionen in den Coastal Sport. Der Leverkusener überquerte die Ziellinie als 17. und konnte mit seiner Gesamtleistung sehr zufrieden sein.

Weitere Infos zur Coastal WM: www.wrcch2017.com , https://www.rudern.de/news/2017/bronzemedaille-bei-coastal-rowing-wm-fuer-deutsches-team, https://www.rudern.de/news/2017/ruderer-des-monats-coastal-rowing-maedels-vom-ekrc

       

 

 

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