„Warum ich mir einen Coastal Einer zugelegt habe“

Im Winter 2018 hat sich André einen Coastal Rowing Einer gekauft. Seitdem ist er nicht nur Feuer und Flamme für seinen Mechanikus AK sondern auch ein begeisterter Fan vom Coastal Rudern.

Bericht von André Karsten aus Hennef / Bönningstedt:
Ich rudere nun fast fünf Jahre, mit einigen hundert Kilometern auf dem Rollsitz im Jahr, und mit den Erfahrungen macht es immer mehr Spaß. Zu Regatten vielleicht und Spitzenwettkämpfen wird es sicherlich nicht kommen, aber das war nie mein Ziel. Auf dem Wasser und in der Natur komme ich schnell zur mentalen Entlastung und Stressabbau. Auch wenn es nicht so scheint, die moderate Belastung führt zum subjektiven Wohlbefinden und der eigene Körper profitiert sichtbar davon. Im heutigen Arbeitsalltag ein nicht zu unterschätzender Aspekt für mich.

Es ist ja nicht so, dass es an Ausrüstung im eigenen Verein mangelt oder der Zugang zu schwimmendem Material anderen Orts mir verwehrt wird. Ganz im Gegenteil, ich hätte gar nicht gedacht, was für Möglichkeiten, Modelle und Bootstypen es gibt. Es ist schon interessant, wie Rudervereine aufgestellt sind und ihre Feinheiten haben und pflegen.

Das  Rudern  in der Woche und am Sonntag um zehn mit anderen im 5er ist immer schön und sehr angenehm. Einfach entspannt unser Revier  zu durchpflügen. Daneben  habe ich für mich entdeckt, dass nach Feierabend mal eben ne Stunde oder weniger im 1er mich schon weiter bringt. Aber da gingen meine Sorgen los. Mir sind die Boote einfach zu schmal und  kippelig. Ich kann schwimmen aber bei vielleicht elf Grad, wer will das schon. Nein, wer die Wahl hat, hat manchmal auch die Qual, das Richtige für sich zu finden. Da ist es auch von Vorteil, wenn man an Wanderfahrten teilnimmt, zu denen sich Sportbegeisterte  aus verschiedenen Regionen treffen. So traf ich Dorothea Hory, eine Hamburgerin (tja, die Welt  ist ein Dorf dachte ich mir) die mir von ihrem Coastal Boot vorschwärmte. Leicht skeptisch, dann erst mal das Internet runtergeladen und Recherche  angestellt.  Auf das was ich dann aufmerksam  wurde, kam dem sehr nahe was ich suchte. Gar nicht bange und  mal einen Besichtigungstermin vereinbart, im November an der Ostsee. Eh ich  mich versah, hatte  mich die Verkäuferin Silke Harms ins Boot gesetzt und ich war schon auf der Ostsee. Ich hatte aber irgendwie den Verdacht, dass sie mich testen wollte, ob ich überhaupt schon mal ein Ruderboot gesehen habe. Die Temperaturen waren begrenzt und auch optisch war die Ostsee alles außer einladend. Es ist ja nicht so, dass man schon sehr angetan war von diesem Bootstyp, aber danach gab es, wenn man ehrlich zu sich ist, nur noch ein haben wollen!

Man kann sein Geld nur einmal ausgeben: Handys, Autos, Kleidung oder Boot. Da ich bei den ersten drei die Wichtigkeit begrenzt halte musste die ec-Karte beim vierten einen Spagat machen. Man darf auch nicht vergessen, dass zu einem Boot auch noch so einige Kleinigkeiten dazu kommen: Folien mit Namen & Logo, Neopren Anzug, Schwimmweste , Bootstrolley, bisschen Werkzeug  und das Reisen zu  Wasser mit Wellen. Das  ist der Unterschied, ob man im Verein das Boot besteigt oder (allein) auf Tour geht. Dazu kommt glücklicherweise, dass sich jetzt in Hamburg Coastal Rowing Interessierte zusammen gefunden haben um diese Sparte des Rudern publik zu machen.

Aber, jeder Euro ist gut angelegt denn die Zeit die wir uns nehmen, ist die Zeit die uns was gibt.

Jetzt liegt mein Boot erst einmal im Sommerhalbjahr in Hamburg bei meinen Eltern und im Urlaub starte ich dort meine Touren über die Wellen. Auf Flüssen, Seen oder Meeren – ich werde mich langsam steigern und etablieren. Die andere Jahreshälfte ist Zeit für die Sieg (u.a. mit Hochwasser), Rhein und Talsperren.

Es ist DAS was mich jetzt reizt und antreibt.

Mein Mechanikus AK :
Von Euro Diffusion’s, Modell X Light – Zuladung bis 110 kg – wenig Tiefgang, wendig und stabil (auch mal ohne  Skulls), 4,85 m lang und 0,8 m breit aus 25 kg Plaste-Elaste. Von der Form etwas sperrig zu tragen aber noch durchaus machbar –  nicht für FISA-Regatten zugelassen aber für die Freude – – und was kostet der Spaß: einige Kilo Hartgeld.

Sportliche  Grüße aus Hennef/ Bönningstedt
André  KARSTEN mit Mechanikus AK

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